Wie Verbraucher Datenschutz sicherstellen können

Kaum ein Land legt so viel Wert auf die Sicherheit von Daten. Kaum ein Land diskutiert so intensiv über jede Änderungen, die die Erhebung von Daten regelt. Deutschland macht es vor: Wo Verbraucher Datenschutz besonders ernst nehmen, da spielt die Erfassung und Speicherung von Daten eine besondere Rolle.

Dabei sind die Herausforderungen für Verbraucher längst dramatisch angestiegen. Denn im Zeitalter des Internets kann es der durchschnittliche Bürger kaum noch überblicken, was mit seinen Daten geschieht. Inzwischen geben Kundenkarten für Kaufhäuser und Onlineshop deutlich mehr Einblick in das Verhalten eines jeden Kunden, als das gemeinhin angenommen wird. Einkaufsvorlieben und Bonität, Markentreue und zeitliche Präferenzen. Für ein paar Cent als Bonus kann der Handel systematisch auswerten, wie ein Kunde sich verhält. Intensiv auch die Datenerhebung in sozialen Netzwerken wie Facebook. Ohne, dass es der Verbraucher merkt, speichern die Betreiber dieser Networks sehr detailliert alle möglichen Informationen – bei mobiler Nutzung via Smartphone oder Tablet-PC werden sogar Bewegungsbilder angelegt

Wenn Verbraucher Datenschutz also wirklich ernst nehmen, dann sollten sie genau darauf achten, wofür ihre Daten tatsächlich genutzt werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die exakte Verwendung der Daten, die üblicherweise in den AGB geregelt ist, unter die Lupe zu nehmen. Fragen, was im Detail erfasst wird, oder insbesondere die Weitergabe von Daten sollten individuell entschieden werden. Wer verhindern will, dass seine Daten für Werbezwecke oder an dritte Anbieter zu weiteren Nutzung verkauft werden, sollte fristgemäß wiedersprechen. Nur so kann der Verbraucher Datenschutz realisieren.

Wie sinnvoll das ist, wurde erst vor einigen Monaten eindrucksvoll deutlich. Branchenriese Google kündigte an, mit seinem Projekt Streetview die Erstellung interaktiver Stadtpläne zu ermöglichen. Mittel Zoomfunktion auf eine konkrete Adresse kann sich der Interessent bis auf sein Haus seine Wohnadresse herunterzoomen. Während das Projekt in verschiedenen Staaten nur wenig Beachtung fand, sorgte das Vorhaben von Google in Deutschland für einen Sturm der Entrüstung. Die Sorge vieler Verbraucher: Im Detail könnte künftig im Internet recherchierbar sein, in welcher Wohnlage und welchem konkreten Gebäude eine Person lebt. Die Folge: Google musste sich mit einer immensen Flut von Widerspruchsverfahren auseinandersetzen und das Projekt deutlich abspecken.