Otto Normalverbraucher

Der Otto Normalverbraucher ist in Deutschland eine fiktive Person, die die durchschnittlichen Bedürfnisse der deutschen Bevölkerung darstellt. Im Bereich der Marktforschung beschreibt dieser fiktive Name den durchschnittlichen deutschen Verbraucher.

Entstanden beziehungsweise bekannt geworden ist der Name Otto Normalverbraucher durch den alten deutschen Spielfilm "Berliner Ballade". Dieser Film ist im Jahre 1948 unter der Regie von Robert Adolf Stemmle entstanden und stellt eines der ersten Filme der Nachkriegszeit dar. In diesem Film spielt der alte deutsche Schauspieler Gert Fröbe den sogenannten Otto Normalverbraucher. Darin ist er ein Wehrmachtssoldat, der nach dem Zweiten Weltkrieg in seine alte Heimatstadt Berlin zurückgeht. Der Wehrmachtssoldat Otto muss mit den veränderten Lebensumständen Berlins zurechtkommen, denn Berlin wird nach dem Krieg von Hungersnot, Schiebertum und einem neuen politischen Leben geprägt. Der Begriff "Normalverbraucher" ist in dem Film "Berliner Ballade" auf die Lebensmittelkarten bezogen. Damals war ein sogenannter Normalverbraucher ein Anspruchberechtigter, der bei der Lebensmittelzuteilung keinen Sondervergüngstigungen zu erwarten hat. Diese Sondervergünstigungen bekamen ab dem Jahr 1945 Schwerstarbeiter, Schwangere und die Kriegsversehrten. Die Kreation dieser Figur stammt von dem damaligen Kabarettisten Günter Neumann aus Berlin.

Götz Aly, ein Historiker, ist der Meinung, dass die fiktive Figur nicht aus der Nachkriegszeit stammt, da es schon zu Beginn des Krieges im Jahre 1939 im Deutschen Reich ein System mit Lebensmittelkarten gab indem es auch schon die verschiedenen Kategorien gab. Daher datiert der Historiker Götz Aly die Figur und ihre Entstehung in die Kriegszeit und nicht in die Nachkriegszeit. Der Historiker hat auch ein Buch verfasst, dass "Hitlers Volksstaat" heißt. In diesem Buch beschreibt Götz Aly die Hungerkatastrophe in den Gebieten von Osteuropa, die Deutschland besetzt hielt.

In der heutigen Zeit symbolisiert diese fiktive Figur das Konsumverhalten des deutschen Durchschnittsbürgers. Seit den 80er Jahren war das Kaufverhalten dieser fiktiven Figur immer beständig und berechenbar in seinem Kaufverhalten. Jedoch hat die Marktforschung in den letzten Jahren gemerkt, dass das Konsumverhalten nicht mehr berechenbar ist, da der Verbraucher zwischen allen Gruppen pendelt, sich an neuen Trends und Moden orientiert. Oder aber auch nicht. In der heutigen Zeit ist alles möglich und sagt man heute, dass der Trend "vom Otto Normalverbraucher zum Markus Möglich" ist.

Otto Normalverbraucher gilt im übertragenen Sinn auch als Durchschnittsmensch, der gewissen Standards und Gewohnheiten entspricht. So isst Otto Normalverbraucher gerne Kartoffeln, in fast jedem Haushalt mit Kindern gibt es eine das dschungelbuch dvd und abends um 20 Uhr werden die Nachrichten im TV geschaut. Dabei muss dieser durchschnittliche, gewöhnliche Lebensstandard nicht als schlecht angesehen werden, denn schließlich leben ihn zig tausende von Menschen.